WahlweXel Ablauf Plan für den 25. September im WUK

„Wahlwexel – jetzt aber wirklich“  ist ein kollektiver Protest und ein demokratisches Experiment. Jede* soll in der Weise mitmachen können, die ihr/ihm angenehm erscheint. Niemand sollte das Gefühl haben überwacht zu werden oder zu etwas genötigt. Wir schlagen daher vier Möglichkeiten für die konkrete Umsetzung vor.



1)  Paarweise kommen – paarweise wählen

Eine wahlberechtigte Person sucht und findet bereits im Vorfeld eine nichtwahlberechtigte. Die beiden kommen gemeinsam zur Veranstaltung und gehen gemeinsam dem nach, was, wie und ob sie wählen wollen. Die wohl einfachste Variante, bei der am 25. nicht mehr viel diskutiert werden muss. Trotzdem ist es fein hinzukommen, da der gemeinsame Protest größer wird, je mehr Leute an dem Abend teilnehmen und je mehr Kuverts nachher in den Briefkasten eingeworfen werden.


2)  Alleine kommen – Paarweise wählen

Eine nichtwahlberechtigte Person findet am Abend eine wahlberechtigte. Gemeinsam diskutieren sie, was die wahlberechtigte ankreuzen soll. Dies kann etwas dauern, 30 Minuten haben wir dafür Zeit. Die Paarfindung ist natürlich beidseitig einvernehmlich, niemand muss mit jemand diskutieren, mit dem/der sie/er nicht will. Die Wahlberechtigte kann auch einfach ohne Diskussion einen Vorschlag der nichtwahlberechtigten Person annehmen und in die Wahlkarte eintragen. Wenn keine Einigung erzielt wird, ist das auch nicht dramatisch. Dann können sich die beiden eine andere Lösung einfallen lassen, weiss wählen oder sich am nächsten Tag nochmal treffen. Oberstes Prinzip ist der gegenseitige Respekt.


3)  In Gruppen kommen – in Gruppen beraten

Eine gemischte Gruppe aus wahlberechtigten und nicht-wahlberechtigten beschließt eine kleine Assembly-Situation auszuprobieren. Die Gruppen sollten die Größe von 4 bis 7 Personen haben und etwa die Hälfte wahlberechtigte umfassen. Gemeinsam diskutieren sie, was mit den Wahlkarten passieren soll. Entweder alle einer Partei geben, die Stimmen aufzusplitten oder auch ungültig zu wählen. Wenn es keinen Konsens in der Gruppe gibt, empfiehlt es sich, die Stimmen zu splitten. Es geht nicht darum, dass sich jemand durchsetzt, sondern zu einem Ergebnis zu kommen, das für alle ok ist.


4)  Einzeln kommen – in Gruppen beraten

Auch dafür sollte eine Gruppengröße von 4 bis 6 Personen gewählt werden. Auch für diese Assembly-Situation gilt, dass niemand sich gezwungen fühlt, an konkreten Gruppen teilzunehmen. Findet eine Gruppe keinen Konsens, sollte auch hier die Möglichkeit bestehen, die Entscheidung aufzuschieben, oder eben die Stimmen zu splitten.


Es wird eng sein im Raum und alle, die sich bereits entschieden haben, sollten raus gehen, um die anderen bei ihrer Entscheidungsfindung nicht zu stören. Die Wahlwexel-Organisator*innen werden jedenfalls nicht als „Schiedsrichter*innen“ zur Verfügung stehen. Es liegt in der Einzelverantwortung der Paare und der Gruppen, zu einem Ergebnis zu finden. Das Ankreuzen selbst ist die einzige heikle Situation bei dem Wahlakt. Sowohl die wahlberechtigte als auch die nicht wahlberechtigte Person können rechtlich belangt werden, wenn der Stimmzettel von einer nicht wahlberechtigten Person ausgefüllt wird. Wir empfehlen daher, dass das Kreuz AUSSCHLIESSLICH von Wahlberechtigten gemacht wird. Sollte sich jemand anders entscheiden, ist uns das egal, liegt es doch in der Einzelverantwortung und wir sind sicher kein Kontrollorgan! Wir stellen eine kleine abgeschirmte Ankreuzzone auf, wo man vor dem Recht und Blicken geschützt die Karte ausfüllen kann. Wir werden auch absichern, dass während der Wahlsituation keine Presse anwesend ist und absolutes Fotografierverbot gilt.

Der wohl auffälligste Part unserer Aktion ist der abschließende Gang zum nahegelegenen Briefkasten in der Nussdorferstrasse, wo wir die ausgefüllten Kuverts einwerfen. Wir warten bis alle Paare und Gruppen sich entschieden haben und gehen dann gemeinsam, quasi als unangemeldete Demonstration gegen das rassistische Wahlrecht, die 150 Meter vom WUK zum Briefkasten und feiern damit gleichzeitig unseren Akt der Selbstermächtigung, die Trennung zwischen Wahlberechtigten und nicht Wahlberechtigten aufgehoben zu haben.

Danach kehren wir wieder ins WUK zurück und feiern den Abend mit Musik und Karaoke.